Die eigene Lebensenergie spüren – Chi, Ki, Prana

In den meisten spirituellen Praktiken wird ein starker Fokus auf die Lebensenergie des Menschen gelenkt, wobei gezielt mit der Lebensenergie (Chi, Qi, Ki oder auch Prana) gearbeitet und diese gestärkt wird. Im Tai Chi, Qi Gong und Yoga wird es als ungemein wichtig erachtet, Energieblockaden im Körper zu lösen und den Fluss der Lebensenergie wieder zu gewährleisten. Doch fragen sich viele Menschen, wie sich diese Lebensenergie und deren Fluss durch den Körper denn letztendlich anfühlt und ob man die eigene Energie überhaupt spüren kann.

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Kribbeln, Wärme und innere Stärke

Grundsätzlich kann nicht pauschaliert werden, wie sich die Lebensenergie des Menschen und deren ungehinderter Fluss anfühlt, jedoch berichten viele Menschen, die regelmäßig Tai Chi, Qi Gong oder Yoga praktizieren, von einem Kribbeln in den Extremitäten, von einem Gefühl der strömenden Wärme oder auch von einem Gefühl der Standfestigkeit und inneren Stärke. Letztendlich gestalten sich diese Gefühle, die durch das regelmäßige Praktizieren ausgelöst werden können, sehr individuell und sind von Mensch zu Mensch verschieden. Viele Menschen spüren erst einmal überhaupt nichts und in manchen Fällen kann sich die Beschreibung dieser Gefühle sogar als unmöglich gestalten, denn die Lebensenergie wird von nicht wenigen Praktizierenden auch auf einer subtilen und intuitiven Ebene wahrgenommen.

Ist es überhaupt wichtig die Lebensenergie zu spüren?

Die Energie durch das Praktizieren eines spirituellen Systems zu spüren, mag für den Anfänger ein sehr schöner Effekt sein, der über eine Wirksamkeit der jeweiligen Praxis Auskunft gibt, jedoch erachten die Meister dieser Praktiken das tatsächliche Spüren der Lebenskraft als eher zweitrangig. Grundsätzlich geht es sowohl beim Tai Chi, beim Yoga und auch beim Qi Gong um das regelmäßige Üben, wodurch die Lebenskraft gestärkt, Blockaden aufgelöst, die Gesundheit gefördert und die spirituelle Weiterentwicklung des Menschen vorangebracht wird. Das Spürenwollen der Lebensenergie durch die Praxis ist wieder einmal nur einer jener Effekte, auf welche unser Ego fixiert ist und vielleicht unsere Zweifel über die Wirksamkeit der Praxis beseitigt werden können. Dass diese spirituellen Praktiken tatsächlich wirken, kann meiner Meinung nach nicht angezweifelt werden und grundsätzlich gilt es bei allen bewährten Systemen für die spirituelle Entwicklung nichts zu erreichen und keinen kurzzeitigen Effekt zu verspüren. Die Praxis an sich zählt – und nur darauf kommt es letztendlich an. Denn spirituelle Weiterentwicklung läuft auf einer viel höheren Ebene ab, als jene, auf welcher wir die Lebensenergie tatsächlich eventuell spüren können!

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4 Gedanken zu „Die eigene Lebensenergie spüren – Chi, Ki, Prana

  1. Quentin Obrien

    Unser Körper hat einen unsichtbaren Rahmen aus Energie, genannt Qi, Chi oder Ki. Kein Leben würde ohne Qi existieren. Wer sich bewusst auf Qi konzentriert, fängt an den Qi-Fluss zu spüren.

  2. Marcella Rush

    Seit dem Ende des 6. Jh. nahm der Einfluss des Buddhismus auf das geistige Leben Chinas enorm zu. Aber auch der Daoismus wurde, vor allem in den oberen gesellschaftlichen Schichten, geschätzt und gefördert. Während dieser Blütezeit, die bis zum Ende der Tang-Dynastie (907 n. Chr.) dauerte, vermischten sich die Inhalte beider Lehren, ein Prozess, der bis in die Theorien der klassischen Medizin hineinwirkte. Rituelle Praktiken, heilkundliche Vorstellungen und weltanschauliche Ideen verbanden sich zu neuen Konzepten. Aus dieser Zeit dürften Übungen stammen, die sich auf die jahreszeitlichen Epochen des chinesischen Kalenders beziehen, um das Qi des Körpers mit dem der Atmosphäre in Einklang zu bringen. Das um die Jahrtausendwende entstandene Werk Yuanqi Lun (Textsammlung über das ursprüngliche Qi) verweist immer wieder auf die Bedeutung der Leere des Herzens (ein Begriff der bereits bei Zhuangzi zentral ist) als Grundvoraussetzung für einen Zugriff auf das ursprüngliche Qi und somit die Wirksamkeit der Atem- und Körperübungen.

  3. Silver Price

    Nach daoistischer Vorstellung entstand die Welt aus dem ursprünglichen Qi (Yuanqi), in dem Yin und Yang noch vermischt waren. Himmel und Erde bildeten sich erst durch Trennung des Einen: Was Yangqi empfing, stieg hell und klar empor und wurde Himmel, was Yinqi erhielt, wurde dunkel und schwer und sank zur Erde. Und was Yin und Yang in gerechtem und ausgewogenem Maße erhielt, war der Mensch in der Mitte.

  4. Adolfo F. Gregory

    Qi Gong, Tai Chi, Shiatsu, TCM, Yoga und viele andere fernöstliche Wege arbeiten mit dem Qi. Qi, auch Ki oder Prana genannt, ist der Atem des Lebens, unsere Lebensenergie. Ein etwas abstraktes Wort, eine unsichtbare Größe, die uns ‚unfassbar’ erscheint. Das ist zum Einen so, weil diese Energie viele unterschiedliche Formen und Dichten annehmen kann (ähnlich wie Nebel), zum Anderen erscheint uns Arbeit mit einer unsichtbaren Größe wenig Sinn zu machen. Denn alles, was wir anscheinend nicht spüren, ist schwierig zu be-greifen. Daher habe ich Ihnen einiges an praktischen Tipps zum Qi aufgeschrieben. Es soll Ihnen Spaß machen, Ihr Qi kennen zu lernen und animieren, die eine oder andere Qi-Arbeit (Qi Gong, Tai Chi, Yoga oder TCM) einmal auszuprobieren.

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