Die Kultivierung von Körper und Geist

Die Kultivierung von Körper und Geist – was genau wird eigentlich damit gemeint? Ich befasse mich sehr viel mit dem philosophischen Hintergrund des Tai Chi Chuan und möchte nun auch ein paar Worte darüber verlieren, was mich hierbei gerade besonders stark berührt und inspiriert. Ein wesentlicher Bestandteil der Philosophie stellen die Weisheitssprüche von Kungfutse dar, der hierzulande eher unter dem Namen Konfuzius bekannt ist.

Kultivierung von Körper und Geist

Kung spricht sich immer wieder über die Kultivierung von Körper und Geist aus, wodurch der Mensch zur wahren Größe und zu innerem Frieden gelangt, was letztendlich zur echten Mitmenschlichkeit führt. Nur auf diesem Weg, so Kung, ist es möglich, innerhalb einer Partnerschaft, Familie und Gesellschaft ein harmonisches Leben voller Liebe zu führen. In einem der maßgeblichen vier Schriften des Konfuzianismus, dem Buch „Maß und Mitte“ (Zhongyong) wird folgende Weisheit aufgeführt:

„Wenn Glück, Zorn, Trauer und Freude
noch nicht vorhanden sind, dann nennt man dies Mitte.
Wenn sie vorhanden sind,
aber den richtigen Rhythmus treffen,
dann nennt man dies Harmonie.
Die Mitte ist die große Wurzel der Welt.
Harmonie heißt, den Weg erfüllen.
Wenn Mitte und Harmonie erreicht sind,
dann bekommen Himmel und Erde ihren Platz
und die zehntausend Dinge gedeihen.“

Die Kultivierung von Körper und Geist und das DAO

Letztendlich liegt es also an jedem Einzelnen von uns, durch das Beschreiten des Weges (dao), durch ständiges Lernen, Versenkung in der Meditation und durch das Gleichgewicht unserer Energie (chi) für ein harmonisches Umfeld zu sorgen. Harmonie kommt von uns selbst und kann sich nur in unserer Umgebung spiegeln, wenn wir uns selbst in unserer Mitte befinden. Nur stetiges Wehklagen über die disharmonischen und unmenschlichen Umstände in unserer Welt wirken hierbei letztendlich nur kontraproduktiv, da sie uns aus der Mitte bringen und ein Ungleichgewicht unserer Energie fördern. Vielmehr müssen wir aktiv an uns arbeiten – jeder von uns, um davon ablassen zu können, unsere Mitmenschen, Freunde, Verwandten und Partner zu verletzen und unsere eigenen, inneren Konflikte und Ängste auf sie zu projizieren. Eine nicht leichte Aufgabe, doch der Weg ist das Ziel und schon allein das Beschreiten des Weges wird mit Sicherheit Früchte tragen.

Gehe den ersten Schritt!

Nur der erste Schritt muss endlich getan werden! Von jedem von uns – in seiner ganz persönlichen Art und Weise! Denn wie der Einzelne letztendlich seinen Geist und Körper kultiviert, unterliegt der Individualität jedes Menschen. Wege gibt es viele und Gott liebt die Vielfalt, da er uns diese Wege mithilfe unterschiedlicher Fügungen aufzeigt. Nur erkennen müssen wir diese Fügungen selbst!

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