Wer ist gefährlicher – der Hund oder der Hundehalter?

Immer wieder finden sich Berichte über Angriffe durch Hunde in den Medien, wobei die Opfer mitunter schwer verletzt oder in manchen Fällen sogar getötet werden. Vor allem, wenn sich die Angriffe durch Hunde gegen ein Kind richten, ist der Aufschrei nach Gerechtigkeit sehr groß und die Hunde werden in der Regel eingeschläfert oder gleich an Ort und Stelle von der Polizei getötet. Die Frage, die sich hierbei jedoch stellt – wer ist wirklich für den Angriff verantwortlich – der Hund oder der Hundehalter? Würde eine generelle Leinenpflicht für Hunde dieses Problem eindämmen? Sollten Hundehalter einem Eignungstest unterzogen werden?

hundeangriffe

Die Sache mit dem Wesenstest

Für einige Hunderassen, die sogenannten Kampfhunde, muss der Hundehalter einen Wesenstest für sein Tier absolvieren, in dessen Rahmen ermittelt wird, ob der Hund eine potenzielle Gefahr darstellt. Und wer unterzieht den Hundehalter einem Wesenstest? Sind wirklich alle Menschen fähig, einen Hund zu halten oder leben sie ihre Aggressivität eventuell über ihr Tier aus? Leider werden vor allem Kampfhunde von ihren Haltern immer wieder zur Aggressivität erzogen, wodurch sich die Hundehalter beispielsweise ihr Ego stärken. Oder aber die Hunde werden derartig misshandelt, dass sie zu ihrem Schutz eine Agressivität entwickeln, die sich auch gegen Fremde richten kann. Es ist natürlich nichts dagegen einzuwenden, wenn  beispielsweise Polizeihunde für den Schutz der Bevölkerung entsprechend ausgebildet werden, jedoch weisen diese Hunde einen hohen Gehorsam auf, was man von Hunden, die von einem Laien zur Aggressivität erzogen oder gar misshandelt wurden, leider nicht immer behaupten kann. Wäre es daher nicht sinnvoll, dass zumindest jeder zukünftige Hundehalter, der sich einen Kampfhund anschaffen möchte, im Vorfeld einen Eignungstest ablegen sollte, der aufzeigt, ob die entsprechende Person überhaupt dafür geeignet ist, einen derartigen Hund zu halten?

Würde eine generelle Leinenpflicht das Problem mindern?

In Deutschland gibt es bisher keine einheitliche Gesetzgebung für eine generelle Leinenpflicht für Hunde. Lediglich einige als gefährlich eingestufte Rassen müssen in der Öffentlichkeit an die Leine und eventuell auch einen Maulkorb tragen. In den meisten Großstädten gilt die Leinenpflicht für die Straße und auch für Parks, wird jedoch von den Hundehaltern sehr häufig nicht eingehalten und von den Behörden auch nicht überall sonderlich beaufsichtigt. Hier findet sich ein sehr guter Artikel mit Informationen zur Leinenpflicht in Deutschland. Tatsache ist, dass selbst die Leinenpflicht das Risiko auf einen Hundeangriff nicht immer senkt, sofern der Hundehalter seinen Hund „als Waffe“ erzieht. Auch ein angeleinter Hund kann einen Menschen schwer verletzten, wenn der Halter sein Tier von der Leine lässt! Die Verantwortung liegt wieder einmal beim Menschen!

Wer soll zum Eignungstest – der Hund oder der Hundehalter?

Wie könnte also ein Eignungstest für Hundehalter aussehen? Nun, auch dies stellt ein recht kritisches Thema dar, denn eventuell würde ein derartiger Test wiederum zu fälschlichen Ergebnissen führen, wenn der Hundehalter trotz guter Absichten beispielsweise eine kriminelle Vergangenheit aufweist. Es würde sich in etwa genauso verhalten, wie mit dem Führerschein – viele Autofahrer, welche die Führerscheinprüfung ohne Probleme ablegen, erweisen sich später im Straßenverkehr als Raser und gefährden hierdurch tagtäglich Menschen. Eignungsprüfungen und Tests, die von behördlicher Seite angeordnet werden, sind tatsächlich nicht immer aussagekräftig und mindern die Gefahr für die Mitbürger keineswegs. Klar, es findet hierdurch eine Eingrenzung statt, doch wie man am Beispiel Führerschein sieht, keine wirkliche Minderung des Gefahrenpotenzials. Letztendlich kann jedem Hundehalter (und auch Autofahrer!) nur ans Herz gelegt werden, eine ausreichende Portion Eigenverantwortung zu übernehmen!

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10 Gedanken zu „Wer ist gefährlicher – der Hund oder der Hundehalter?

  1. Torsten Beitragsautor

    Ja, die Regelungen scheinen sich von Gemeinde zu Gemeinde sehr zu unterscheiden! Habe zu diesem Thema schon die unterschiedlichsten Erfahrungsberichte gehört!

  2. Wilford Goodman

    mir sind heute auf einer öffentlichen strasse 2 hunde vor das auto gelaufen, sie waren nicht angeleint, und der besitzer hat einen riesen aufstand verursacht. da ich für tiere bremse ist den kötern aber nix passiert. – jetzt frage ich ganz allgemein, ob nicht in der öffentlichkeit die pflicht besteht, hunde an die leine zu nehmen.

  3. Dusty B. Gross

    Soweit nicht Forstflächen betroffen sind, findet das Landeshundegesetz NRW Anwendung. Dieses bestimmt im § 15, das die örtlichen Behörden die näheren Einzelheiten regeln. Dies geschieht in den ordnungsbehördlichen Verordnungen. Diese können, natürlich im Rahmen des Landeshundegesetzes, im Grunde genommen frei gestaltet werden. Die meisten Städte und Gemeinden haben allerdings auf eine Mustersatzung des Städte- und Gemeindebundes NRW zurückgegriffen, so dass sich die ordnungsbehördlichen Verordnungen relativ stark ähneln.

  4. Anja

    Ich finde den Begriff „Kampfhund“ schon immer als vollkommen unpassend. Es gibt keine von Natur aus bösen Hunde, leider aber grausame Menschen, die Hunde zu Beissern erziehen. Selbst ein Dackel kann durch genügend Böswilligkeit seines Herrchens/Frauchens zu einem bissigem, kleinen Monster werden. Von daher plädiere ich für die Einführung eines Hundeführerscheins und zu der Verpflichtung mit jedem Hund einen Grundkurs bei einer Hundeschule zu belegen. Wir haben dies mit unserem Labrador auch getan und es hat großen Spaß gemacht. Außerdem lernen die Tiere so bereits frühzeitig ein gutes Sozialverhalten untereinander und auch gegenüber den Menschen.

  5. silver price

    hm ich war bei meiner cousine auf dem land (in hessen). sie meinte es gäbe im dorf leinenpflicht aber nicht außerhalb.bei uns wird das ableinen auf bestimmten gründflächen toleriert, wenngleich es keine genrelle hundewiese gibt.ich höre zu dem thema genrell gegensätzliche meinungen. vermutlich muss man jeweils in der gemeindesatzung nachlesen.

  6. Tania C. Duffy

    Und da Hundemessen immer abwechslungsreicher werden und im Idealfall immer neue Show- und Info-Highlights bieten, wird es dabei weder für Hundehalter noch für ihre Hunde langweilig. Unser Fazit: Besucht regelmäßig den Hunde-Terminkalender auf Stadthunde.com, um zu den Themen Hund Messe Unterhaltung und Information stets auf dem Laufenden zu sein.

  7. Shari Brennan

    Vorschriften für die Haltung von Hunden gab es bereits in frühester Zeit. So wurde von den Meierhöfen oder Vögten oftmals das Bereithalten oder die Zucht von Jagdhunden für die Herrschaft verlangt. Zwischen dem 15. und dem 19. Jahrhundert war in Teilen Deutschlands zum Schutz des Wildes die Knüppelung freilaufender Hunde vorgeschrieben.

  8. Josef C. Houston

    heutzutage besonders innerhalb Deutschlands sehr beliebt, denn gerade hier sind die Fahrzeiten nicht zu lang und dadurch für den Hund zumutbar . Der wichtigste Grund für einen Urlaub mit Hund in Deutschland ist jedoch, dass in diesem glücklicherweise sehr tier- und hundefreundlichem Land bereits viele Anbieter von Ferienunterkünften auf tierischen Besuch eingerichtet oder sogar spezialisiert sind und es somit ein Leichtes ist, hundefreundliche Ferienhäuser und Ferienwohnungen in der gewünschten Urlaubsregion zu finden. Sogar Extra-Wünsche sind kein Problem, wie z.B. ein eingezäuntes Ferienhaus. Mit Hund lässt es sich also durchaus gut Urlaub machen; man braucht nur ein schönes Ziel und die passende Ferienunterkunft!

  9. Hilde

    Der Hundehalter hat immer ein gewisses Maß an Mitverantwortung wenn irgendwas passiert was der Hund „anrichtet“. Wenn man die Hunde richtig erzieht dürfte eigentlich nichts passieren. Natürlich ist man nie 100 Prozentig auf der sicheren Seite, aber der Mensch hat doch recht großen Einfluss auf dieses Tier.

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